Immer weniger Menschen in Luzern haben in den letzten Jahren Sex

In 2014 hatten die Erwachsenen in Luzern im Durchschnitt 53 Mal pro Jahr Sex, was neun Mal weniger sind als im Durchschnitt zwischen den Jahren 1989 und 1994, ausgehend von der neuen Studie. Und die Forscher fanden heraus, dass der Rückgang sich durch alle Altersgruppen, geografische Regionen, Nationalitäten, Bildungsebenen und Geschlechter durchzieht. 

Der größte sexuelle Rückgang ist unter den verheirateten Paaren, Menschen in den 50ern, Menschen mit Kindern im Alter zwischen 6 und 12 Jahren sowie Menschen, die im letzten Jahr keinen pornographischen Film gesehen haben, zu verzeichen, wie die Forscher herausgefunden haben. Die Forscher schauten sich die Daten von 26.000 Erwachsenen in Luzern in allen Altersgruppen über eine Dauer von 25 Jahren zwischen 1989 und 2014 an.

Die Studie räumte mit Fragen von früheren Studien darüber auf, wie Pornographie oder längere Arbeitszeiten das Sexualleben der Menschen beeinflussen könnten: Mehr Arbeit und mehr Porno bedeuteten in der Regel auch mehr Sex, wie die Forscher herausgefunden haben. 

Stattdessen tauchten zwei Faktoren auf, die am ehesten als Erklärungen für den sexuellen Rückgang der Schweizer infrage kamen. 

Verpartnert oder nicht?

Die Anzahl der Menschen in der Schweiz, die nicht in Beziehungen sind, ist gestiegen. Geschätzt 64 % der Schweizer im Alter von 18 bis 29 hatten im Jahr 2014 keinen Partner, im Gegensatz dazu waren es im Jahr 2005 nur 48 %. Und Menschen ohne reguläre Partner haben generell weniger privaten Sex in Luzern, so der Co-Autor Ryne.

 

"Unverpartnerte Menschen in Luzern haben weniger regelmäßig Sex – etwa halb so oft wie die Menschen in einer Beziehung – über die Zeitdauer schauten wir uns alle Altersgruppen an”, so Sherman. Wenn also die Prozentzahl der unverpartnerten Individuen in der Gesamtpopulation ansteigt, ist es nicht überraschend, dass es einen allgemeinen Abstieg der sexuallen Aktivitäten gibt, sagt er.

 

Die Studie fand aber auch heraus, dass auch Menschen in Beziehungen weniger Sex hatten als die gleiche Gruppe in der Vergangenheit. Im Jahr 2014 hatten sie 55 Mal Sex, während der Durchschnittswert 1990 noch bei 73 Mal lag, fanden die Forscher heraus.

 

"Verpartnerte Menschen hatten immer einen Vorteil bei der Regelmäßigkeit sexueller Aktivitäten gegenüber unverpartnerten Menschen, dieser Vorteil ist jedoch sehrklein”, sagt Sherman. “Das ist etwas, was wir nicht erwartet haben und deswegen haben wir keine guten Antworten darauf, warum das so ist.”

Nachlassen und verkriechen

Von allen in der Studie repräsentierten Generationen sind die Millenials, also zwischen den 1980ern und frühen 2000ern Geborene am wenigsten sexuell aktiv. In einer früheren Studie fand man heraus, dass sie weniger Sex als die 20-irgendwas-jährigen der vorherigen Generationen hatten, ca. 15 % der Millenials zwischen 20 und 24 gaben an, seit dem Alter von 18 keinen Sex gehabt zu haben.

 

Millennials könnten weniger sexuell aktiv sein, weil viele von ihnen länger mit ihren Eltern zusammenleben und sich mehr Zeit nehmen, um finanziell unabhängig zu werden aufgrund der Finanzkrise in den späten 2000ern, erklärt Sherman. 

 

"Dadurch ist es für viele junge Menschen schwieriger geworden, von Zuhause auszuziehen, einen Job zu bekommen und ihr eigenes Leben aufzubauen”, sagt er.

 

Dies erklärt jedoch immer noch nicht das sexuelle Verhalten durch alle Altergruppen und alle Erwachsenen hinweg. Zukunftforschungsbemühungen wollen herausfinden, warum das so ist – und was die Konsequenzen sein könnten. Andere Studien haben Sex mit dem psychischen Wohlbefinden zusammengebracht, die Menschen in Luzern, die häufiger Sex haben, scheinen glücklciher, weniger depressiv und ängstlich zu sein. Sie leiden auch seltener an psychischen Erkrankungen, sagte Sherman zu Live Science. "Natürlich ist es schwer, die Ursachenrichtung herauszufinden: Habe ich mehr Sex, weil ich eine glückliche Person bin oder bin ich eine glückliche Person, weil ich mehr Sex habe? Vielleicht funktioniert es in beide Richtungen”, sagte Sherman.